Färber

Die Drucktechnik des Blaudruck kam aus Indien und erreichte Deutschland im 16. oder 17. Jahrhundert über Belgien und Holland. Blaudruck wurde vor allem für Bettzeug, Vorhänge und Frauenkleidung eingesetzt. Der erste Blaudruck im Reservedruck wurde 1689 oder 1690 von Jeremias Neuhof in Augsburg hergestellt, die Technik verbreitete sich jedoch schnell.

Der Weber konnte bis dahin lediglich Streifen oder Karos weben. Dies auch nur in Rot oder Blau, mittels  der Pflanzenfarben Krapp oder Färberwaid. (Kölsch)

Der Blaudruck dagegen ist ein Druck  mittels vorgefertigter Model, deren Hersteller eine eigene Berufsgruppe war (Formenstecher) Der Fantasie waren, was die Muster anbetraf, keine Grenzen gesetzt. Eine eingefärbte, gut haftende und wasserunlösliche Masse (Papp) wurde mittels der Model aufgedruckt. Dann wurde der Stoff blau eingefärbt. Der Papp wurde zuletzt in einem säurehaltigen Bad herausgewaschen. Zum Vorschein kam der „reservierte“ weiße Untergrund, mit den zuvor aufgedruckten Mustern.

Da vor der Industrialisierung Reichtum vor allem über teuere Stoffe und aufwändige Stickereien und Verarbeitungsformen ausgedrückt wurde, galt Blaudruck, bei dem vorwiegend handgewebte Leinenstoffe der ländlichen Bevölkerung bedruckt wurden, als Kunst der armen Leute.

Das Museum besitzt eine Serie von Druckmodeln und einige Vitrinen mit  Stoffen, die im Blaudruckverfahren hergestellt sind.

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