Friseur

m Mittelalter erfüllten die Bader und Barbiere in den Badehäusern vielfältige Aufgaben. Neben der Körperpflege behandelten sie Wunden, waren für Aderlass und Schröpfen zuständig oder entfernten kranke Zähne. Durch die Entwicklung der medizinischen Ausbildung an den Universitäten wurden die Bader jedoch Schritt für Schritt ihrer wundärztlichen Aufgaben enthoben.

In Europa begann die Blüte der Perückenkunst im 17. Jahrhundert mit Ludwig XIV. In Barock und Rokoko thronten auf oft kahlrasierten Köpfen meist waghalsig gestaltete Perücken, die ausgiebig gepudert wurden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war die Perücke als Symbol überkommener Herrschaftsstrukturen verpönt. Finanzkräftige Kunden ließen ihren Friseur nach Hause kommen, bevor sich Ende des 19. Jahrhunderts Friseursalons durchsetzten. Zunächst blieb die Dienstleistung des Friseurs aber nur den Herren vorbehalten.

In der Geschichte pendelte die Gestaltung der Haare und des Haarschmucks meist zwischen schönem Dekor und Zweckmäßigkeit. Zum Kopfschmuck gehörten neben Haarnadeln auch Kämme, die bis ins 19. Jahrhundert hinein auch der Haarhygiene dienten.

Der technische Fortschritt zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich auch in der Frisurengestaltung durch. Zunächst lockte man die Haare künstlich. Dazu wurden erhitzte Brenneisen ins Haar gedrückt. Die so erzeugten Locken hielten bis zur nächsten Haarwäsche. Erst als die Haare mit alkalischen Lösungen bearbeitet werden konnten, war eine dauerhafte Welle möglich. Auch für das Trocknen der Haare brachte die Technik Erleichterung. Die ersten Haartrockner wurden noch mit Spiritus betrieben. Um 1910 kam der erste elektrische Haartrockenapparat auf den Markt.

Im Museum ist eine Vielzahl von elektrischen Geräten aus der Vergangenheit des Friseurhandwerks ausgestellt.

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