Kürschner

Das Kürschnerhandwerk war in Europa dicht verbreitet. So hatte die Augsburger Zunft (gegründet 1368) um 1475 86 Meister, um 1536 gar 107 Meister. In Leipzig gab es 1555 immerhin 45 Meister, in Breslau 1499 sogar 92 Meister. Mit der Einführung neuer kostbarer Stoffe am Ende des 16. Jahrhunderts verliert das Kürschnerhandwerk zunächst an Bedeutung.

Bis etwa Ende des 19. Jahrhunderts gerbte der Kürschner seine Felle noch selbst. Dafür war er auf fließendes Wasser angewiesen, die Redensart, jemandem schwimmen die Felle weg, zeugt noch davon

Der Kürschner  war Handwerker und Modeschöpfer zugleich. Seit alters her wurden wärmende Tierfelle als Bekleidung verwendet. Es war mehr im Sinne einer Verwertung. Teuere Pelze konnten sich nur betuchte Damen leisten, insofern war ein Missbrauch gering. Der Fantasie in den Kreationen waren keine Grenzen gesetzt. Man ging in feinem Pelz zum Theater und zu gesellschaftlichen Anlässen. Mit „Pelz für Jedermann“ tat man sich keinen Gefallen. Massenzucht für Billigherstellung der Produkte brachte das Ende einer angesehenen Sparte.

Nach dem früher eher klassischen Pelz ist in den letzten Jahrzehnten für den Kürschnerberuf Design und modische Stilsicherheit immer wichtiger geworden. Der Aufgabenbereich des Kürschners umfasst jedoch nach wie vor die komplette Herstellung eines Pelzes, Entwurf und Schnittherstellung, das Sortieren, Schneiden und Nähen der Felle, das Zwecken (Glattspannen), Abgleichen, Beheften, Zusammennähen, Ausfertigen und Füttern des Pelzteils.

Das Museum zeigt eine Reihe von schönen, handwerklich hergestellten Pelzprodukten und die zugehörigen Verarbeitungsmaschinen.

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