Schuhmacher

Der Schuhmacher  ursprünglicher Art ist heute ebenfalls ausgestorben. Die Industrialisierung hat den Schuhmacher allmählich auf einen reinen Reparaturbetrieb zurückgedrängt, was zum Leben in unserer heutigen Zeit nicht mehr ausreichte. Discountpreise für neue Schuhe taten das ihrige. Lediglich die Sparte des Orthopädie-Schuhmachers hat überlebt.

Der (offizielle Bezeichnung; von althochdeutsch „skuohbuozo“; nhd. »Schuhbosser« = Schuhmacher) ist ein Handwerker, der Schuhe herstellt und repariert. Schuhmacher war ein Handwerk, das in Deutschland noch bis zum Zweiten Weltkrieg verbreitet war. Die Holzschuhe gehörten bis zu dieser Zeit zur alltäglichen Fußbekleidung.

Der Orthopädieschuhmacher ist ein auf die Herstellung von Schuhen nach medizinischer Indikation spezialisierter Handwerker.

Das ehemals viele Beschäftigte aufweisende Handwerk (alle Schuhe wurden früher manuell gefertigt) ging mit der Einführung der maschinellen Schuhproduktion ab etwa 1870 stark zurück. Die Herstellung handgearbeiteter Schuhe ist selten geworden. Schuhmacher die in Handwerksbetrieben regelmäßig Schuhe herstellen, setzen sich häufig mit der nicht geschützten Bezeichnung „Maßschuhmacher“ von ihren in Reparaturbetrieben tätigen Berufskollegen ab. Ebenfalls in Handarbeit hergestellt werden Schuhe von Orthopädieschuhmachern und von Schuhmachern die in Theatern, oder als „Ballettschuhmacher“ in Opernhäusern angestellt sind. In der Schuhindustrie arbeiten hauptsächlich Schuhfertiger.

Lederschuhe konnten sich meist nur begüterte leisten. Auch sie trugen oft werktags Holzschuhe und sonntags Lederschuhe. Im 19. Jahrhundert verschwanden die Holzschuhe und wurden durch Lederschuhe ersetzt. Es entwickelte sich bereits eine Schuhmode, die von besonders spezialisierten Schustern hergestellt wurde - diese nannten sich Schuhmacher. Um 1840 gab es im nassauischen Nastätten 106 Schuhmacher - genau so viel wie Leinenweber. Die Schuhmacherwerkstatt war oftmals in der Küche, Wohnstube oder neben der Schlafkammer des Altmeister-Ehepaares untergebracht.

Jeder Kunde hatte seine Leisten, den man dem Fuß immer wieder neu anpaßte. Das Schaftleder paßte man dem Leisten an, schnitt es zu und vernähte alles. Als nächstes wurde die Brandsohle zugeschnitten, gemeinsam mit dem Schaftleder und der Brandsohle auf den Leisten aufgenagelt. Die Hinterkappe wurde zugeschnitten, geschärft, in den Schuh eingebaut und abgezwickt. Mit der Schuhahle stach man Löcher und nähte mit dem Hanfgarn Schuhschaft, Brandsohle und die Hinterkappe fest. Danach wurden die Paßnägel gezogen und durch Holznägel (Pinnen) ersetzt. Schließlich legte man den Rahmen und die Ledersohle auf und nagelte sie ebenfalls fest. Als nächstes putzte man den Schuh mit der Raspel innen aus und glättete die Sohle mit Messer und Glas. Anschließend wurde der Absatz befestigt und die Pinnen mit einem Pinnlöffel entfernt. Oft benagelte man die Schuhsohle und den Absatz noch mit Schuhnägeln und Eisenplättchen. 

Das Museum zeigt eine komplette Werkstatt und die dazugehörigen Werkzeuge. An Hand von Schuhwerk und den daran befindlichen  Gebrauchsspuren wird auch die Sozialgeschichte des Schuhs und der Menschen in der Vergangenheit sichtbar gemacht.

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